Seine

Bonjour Paris

Paris um 4:30 morgens kann echt angenehm sein.

Während am Tag bis zu einer halben Million Menschen um den Eiffelturm Kreativbilder sondergleichen schießen und sogar an der frischen Luft atmen zur Qual wird aus Mangel an Platz, so zeigt sich die gesamte Szenerie – kurz bevor die französischen Clubjunkies nach Hause gehen, Monsieur Durand langsam aufsteht um sein Croissant in seinen Kaffee zu tunken und das öffentliche Nahverkehrssystem die Schotten noch dicht hat – von einer ganz anderen Seite. Paris wird auf einmal seinem Ruf gerecht als schönste Stadt der Welt (oder legt zumindest besonders fette Kohlen ins Feuer um das allen weiß zu machen). Die Seine liegt ruhig da, vereinzelte Taxis schaffen es sogar ohne zu hupen durch den quasi noch nicht vorhandenen Verkehr und hier und da schafft es ein betrunkener Radfahrer im letztem Moment den Stativen der ersten ehrgeizigen Fotografen aus zu weichen.

Und erst als die Sonne dann am Horizont auftaucht räumen alle Schönheiten das Feld. Pünktlich fängt die Seine an Wellen zu schlagen, der Verkehr nimmt plötzlich zu und eine Hand voll Asiaten fangen an, den Eiffelturm auf der Hand zu balancieren, ihn zu stützen und andere nicht ganz jugendfreie Dinge damit zu tun – natürlich nur fürs Foto.

Und Paris ist wieder das was es in den Morgenstunden so perfekt zu kaschieren wusste.