Morgenstund hat Gold im Mund

Ich sag euch, es gibt nichts schöneres als sich nochmal um zu drehen, wenn der Wecker einen um 3:30 Uhr morgens aus dem tiefen Schlaf reißt. Aber manchmal ist es besser, doch auf den Wecker zu hören. Klar, schönen Gruß an die allgemeine Nachtschicht, aber ich meinte eigentlich auch an freien Tagen. Am Wochenende.
Ein Kurz-Trip in die wohl schönste Landschaft Ostdeutschlands stand auf dem Plan. Freitags um 20 Uhr nach der Arbeit die Taschen gepackt, fix was gegessen und 2 h später ging es auf die Autobahn. Der Vorteil um diese Zeit zu vereisen liegt auf der Hand. Keine nervigen „Gegner“ auf den Straßen und unbeschwertes Fahrgefühl, sieht man von den immer schwerer werdenden Augenliedern mal ab.
Um 2 Uhr nachts dann am Ziel angekommen, den Wecker auf 4 Uhr gestellt, in der Hoffnung doch noch ein paar Stunden Schlaf ab zu bekommen nur um 2 h später laut fluchend diese Entscheidung zu hinterfragen. Was mache ich eigentlich hier?
Mittlerweile befinde ich mich auf dem Besucherparkplatz der Bastai. Im Laufschritt begebe ich mich zur berühmten Felsenbrücke, während ich die letzten Schmerzen der Nacht im Auto aus den Gliedern schüttel. Angekommen war ich voller Hoffnung – jedoch verlassen vom Glück. Ein Bild von der fast schon surreal anmutenden Brücke im goldenen Morgenlicht kommt nicht zu Stande. Stattdessen die Erkenntnis, dass der Tag vermutlich noch sehr lang werden wird – und heiß.
Und wie immer an solchen Tagen ist es nicht untypisch, wenn sich dann ein Hitzegewitter am Abend entlädt. Eigentlich ist es ja eher schade, dass ein schöner Sommertag so endet, doch in diesem Fall war ich mehr als glücklich. Gegen 20 Uhr, die letzten Tropfen fielen gerade noch vom Himmel, zog starker Nebel auf. Grund genug für mich nochmal zur Bastai zu fahren. Ich wurde nicht enttäuscht. Das Elbtal lag komplett in der „Suppe“ und die letzten Sonnenstrahlen des Tages kämpften den Nebel gerade soweit nieder, um für eine pitoreske Licht-Landschaft zu sorgen. Es ist nicht weiter verwunderlich, dass ich nach der kurzen Nacht, dem ungleich längeren Tag und dem spektakulären Finish hundemüde ins Bett fiel.
Bis mich besagter Wecker um 3:30 aus dem Schlaf riss. In der Hoffnung, mein Glück vom vorabend hält weiterhin an, habe ich mir in Übermut einmal mehr nur 4h Schlaf gegönnt. Widerwillig bewegte ich mich also aus den Federn und fuhr die mir mittlerweile gut bekannte Strecke zur Bastai. Bereits im Tal betrug die Sicht kaum mehr als 20 Meter, oben angekommen verminderte sie sich noch mehr. Doch einfach nur Nebel auf einem Foto sieht ungefähr so aus, wie der Blick hier oben aus dem Fenster des Autos – Wie eine dicke weiße Wand. Es fehlte also ein wenig Sonne, um den Nebel zu lichten und für eine malerische Atmosphäre zu sorgen. Und die kam dann auch. Und ich hatte meinen Topshot, der mir am Vortag noch verweigert blieb. Dafür lässt man sich dann auch gerne mal vom Wecker um diese frühe Zeit aus dem Bett peitschen.